MANDACT

Agenten-Vollmachten

Was ist eine Agenten-Vollmacht?

Eine Agenten-Vollmacht ist eine maschinell prüfbare, juristisch gefasste Erklärung einer Rechtsperson, dass ein bestimmter KI-Agent definierte Handlungen in ihrem Namen vornehmen darf — begrenzt nach Aktion, Betrag, Frequenz, Gegenpartei und Zeit, jederzeit widerrufbar, beidseitig beweisbar.

Die drei Bestandteile

Identität (wer bevollmächtigt — verankert in E-ID/EUDI oder Organisations-Register), Umfang (was genau, mit welchen Grenzen — als strukturierte Constraints) und Rechtstext (die juristische Fassung, per SHA-256 untrennbar an das Credential gebunden). Fehlt eines, ist es keine Vollmacht, sondern ein API-Key mit Hoffnung.

Abgrenzung

Ein OAuth-Scope regelt technischen Zugriff auf Endpunkte; eine Vollmacht regelt rechtliche Befugnis gegenüber Dritten. Ein Payment-Mandat (AP2) autorisiert eine Zahlung; eine Agenten-Vollmacht autorisiert Handlungen — von der Kündigung bis zur Behörden-Anfrage — und kann Zahlungs-Mandate als Subtyp enthalten.

Lebenszyklus

Entwurf → Signatur (bei Organisationen: Vier-Augen ab Schwelle) → aktiv → konsumiert/abgelaufen/widerrufen. Die Statusmaschine ist deterministisch; terminale Zustände sind endgültig — ein widerrufenes Mandat kann nie wieder aktiv werden.

Kernaussage

Vollmacht = Identität + Umfang + Rechtstext, maschinell prüfbar und widerrufbar. Alles andere ist Zugriff, nicht Befugnis.

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