Mandact — The Trust Layer of the Agent Economy

Vergleich

Agenten-Vollmacht vs. OAuth-Scope

OAuth-Scopes regeln technischen API-Zugriff; Agenten-Vollmachten regeln rechtliche Handlungsbefugnis. Ein Scope sagt, welche Endpunkte ein Token erreichen darf — ein Mandat sagt, was ein Agent im Namen welcher Person bis zu welchem Betrag tun darf, juristisch lesbar und beweisbar.

DimensionAgenten-Vollmacht (Mandat)OAuth-Scope
BeantwortetWas darf der Agent rechtlich, im Auftrag wessen?Welche API-Ressourcen darf das Token erreichen?
Identitäts-BindungStaatliche Wurzel (EUDI/E-ID, Org-Register)Account beim jeweiligen Dienst
Betrags-/FrequenzlimitsNativ, atomar reserviertNicht vorgesehen
Juristische FassungUntrennbar verbunden (Hash)Existiert nicht
WiderrufGlobal < 1 s, Status live geprüftToken läuft ab oder wird invalidiert (Latenz je nach Dienst)
Beweis im StreitfallBeidseitige, gezeitstempelte EvidenzketteServer-Logs des Anbieters
VerhältnisLäuft neben OAuth: das Mandat wird als SD-JWT VC präsentiert (OID4VP) oder über /v1/verify geprüftBleibt der Transport für den technischen Zugriff

Fazit

Kein Entweder-oder: OAuth regelt den technischen Zugriff, das Mandat die rechtliche Befugnis. Die Prüfstelle prüft das Mandat zusätzlich — per OID4VP oder /v1/verify — und erhält Rechtssicherheit, ohne ihren OAuth-Zugriff umzubauen. Eine frühere Brücke, die Mandate in OAuth-Tokens einbettete (RFC 9396), ist zurückgezogen (410 Gone): Tokens im Prozessspeicher und eine fehlende Mandantenbindung hätten die Zusage nicht getragen.